Was ist der ERA-Test?
Der ERA-Test (Endometrial Receptivity Analysis) ist ein diagnostisches Verfahren, das dazu dient, das optimale Fenster der endometrialen Rezeptivität für den Embryotransfer zu bestimmen. Das bedeutet, der Test soll feststellen, wann die Gebärmutterschleimhaut am empfänglichsten für die Einnistung eines Embryos ist.
Unterschiede und Formen des ERA-Tests
Es gibt verschiedene Ansätze und Varianten des ERA-Tests:
- ERA-Test für den individuellen Zeitpunkt (Personalized ERA):
Dies ist der häufigste Ansatz, bei dem die Genexpression in der Gebärmutterschleimhaut analysiert wird, um das exakte Fenster der Rezeptivität für jede einzelne Frau zu bestimmen. - ERA-Test für wiederholtes Implantationsversagen:
In dieser Form des ERA-Tests wird der Fokus auf Frauen gelegt, die wiederholt erfolglose IVF-Zyklen hatten, um festzustellen, ob die Ursache in einem nicht optimalen Rezeptivitätsfenster liegen könnte.
Für wen ist der ERA-Test sinnvoll?
- Frauen mit wiederholtem Implantationsversagen: Nach mehreren erfolglosen IVF-Zyklen, bei denen Embryonen nicht erfolgreich implantiert werden konnten.
- Frauen mit einem unklaren oder problematischen Implantationsmuster: Wenn die Schwangerschaftsrate niedriger ist, als erwartet oder wenn wiederholte Fehlgeburten auftreten.
Ablauf eines ERA-Tests
Vorbereitung
Beratungsgespräch mit einem Kinderwunschexperten zur Besprechung der medizinischen Geschichte und Symptome.
Biopsie der Gebärmutterschleimhaut
Eine kleine Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut wird in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus entnommen. Diese Biopsie erfolgt oft einige Tage nach dem Eisprung, wenn die Gebärmutterschleimhaut vermutlich rezeptiv ist.
Genexpressionsanalyse
Die entnommene Probe wird ins Labor geschickt, wo die Expression von über 200 Genen analysiert wird, die mit der endometrialen Rezeptivität verbunden sind.
Ergebnisse und Beratung
Die Ergebnisse des ERA-Tests liegen in der Regel nach etwa zwei bis drei Wochen vor. Basierend auf den Ergebnissen kann der behandelnde Arzt die beste Zeit für den Embryotransfer bestimmen oder andere Behandlungsoptionen vorschlagen.
Was wird dabei
genau untersucht?
Der ERA-Test untersucht die Genexpression in der Gebärmutterschleimhaut, um das optimale Fenster der endometrialen Rezeptivität zu bestimmen. Konkret werden folgende Punkte analysiert:
- Expression von Rezeptoren und Signalwegsgenen:
Die Aktivität dieser Gene gibt Aufschluss darüber, ob die Gebärmutterschleimhaut bereit ist, einen Embryo aufzunehmen und einzunisten - Timing des Rezeptivitätsfensters:
Der Test identifiziert das spezifische Zeitfenster, in dem die Gebärmutterschleimhaut rezeptiv ist, basierend auf der Genexpression.
Erfolgschancen
und
Nutzen
Die Erfolgschancen liegen darin, dass durch die genaue Bestimmung des optimalen Rezeptivitätsfensters die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft erhöht werden können. Indem der Embryotransfer genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, verbessert sich die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Implantation und einer anschließenden Schwangerschaft.
Zusammengefasst bietet der ERA-Test eine personalisierte und gezielte Herangehensweise, um das Zeitfenster der endometrialen Rezeptivität für jede Patientin im individuellen Fall zu bestimmen, dadurch kann die Erfolgschance einer Kinderwunschbehandlung optimiert werden.
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Date:
3. August 2024

